Schlange an Bord

Dicht an den Autoreifen gedrückt auf dem Netz auf Schironn
Dicht an den Autoreifen gedrückt auf dem Netz auf Schironn

Art: Boa Constrictor Imperator 

Gefunden: 23.4.2017

Ort: Im Netz auf dem Bug von Schironn

Fakt: Würgende Riesenschlange, nicht giftig

 

Wie kommt die Schlange an Bord? ...

Bevor es mit den Berichten über unsere Ankunft und unsere bisherigen Erlebnisse in Panama weitergeht, gibt es heute vorweg bereits einen kurzen Einblick in einen ganz normalen Tag in der Wildnis Panamas.

 

Als wir heute früh bei strahlendem Sonnenschein unseren Ankerball suchen (weg), Sven im Wasser die Ankerkette entwirrt (ein Stück Holz hatte scheinbar Lust auf Kettenbondage) und wir einen Blick auf den korrodierenden Teil der Ankerkette werfen (ein paar Glieder sind schon zu mehr als 1/3 weg korrodiert), sitzt plötzlich eine Schlange, eine Boa Constrictor neben uns im Netz auf dem Bug von Schironn.

Eine BOA CONSTRICTOR!

 

Sie zwingt sich in den Schatten des Autoreifens, der neben ihr liegt und wirkt schwach.Wie um alles in der Welt kommt diese würgende Riesenschlange aufs Schiff ???

 

Wir waren schließlich seit dem Rio Dulce nicht mehr in Kontakt zum Land.

Die Erklärung liegt auf der Hand. Sven hat in weiser Voraussicht bereits ein paar Autoreifen organisiert, die uns bei der Fahrt durch den Panamakanal als Fender dienen sollen. Diese Autoreifen sind nicht neu, nein sie sind richtig gammelig, weisen Bewuchs auf und lagen in Wassernähe an Land. Ein wunderbares Versteck also für eine Schlange.

 

Fakt ist, dass wir die Autoreifen bereits seit ca. drei Wochen an Bord haben und sie in den letzten Wochen im Segellager lagen. Schön zu wissen, dass der Kollege bereits seit drei Wochen bei uns wohnt und durchaus seinen Weg zu uns ins Deckshaus hätte finden können. Oder vielleicht sogar in die Schlafkoje...

 

Sven wappnet sich sogleich für den Kampf mit dem blindem Passagier. In den Stoffsack soll sie. Glücklicherweise erkennt Sven, der sich in dieser Situation als perfekter Steve Irwin (Schlangenguru – siehe Youtube) personifiziert, dass es keine Giftschlange ist.

 

Der Schlange gelingt dann aber doch die Flucht durch die Löcher des Netzes und lässt sich ins Wasser fallen. Schön, dann sind wir sie ja los. Oder vielleicht auch nicht. Sie schwimmt nämlich nicht Richtung Land, sondern verschwindet unter Schironn und sucht nach der nächstbesten Gelegenheit wieder aufs Schiff zu kommen. Diese Gelegenheiten sind die Borddurchlässe. Sven springt auf dem schnellsten Weg ins Dinghi, greift sich die Würgeschlange, befördert sie erst in den Eimer und schließlich zurück an Land.

 

Blinder Passagier erfolgreich wieder von Bord verbannt. Wollen wir mal hoffen, dass kein zweiter Kollege sich irgendwo an Bord versteckt!

 

Panamas Tier- und Pflanzenwelt ist bisher auf jeden Fall jeden Tag für Überraschungen gut. Wir sind umgeben vom Portobelo National Park, ein geschütztes Gebiet bedeckt mit Regenwald, der bis an die von Stränden und Riffen gesäumte Küste reicht. Auf meiner Joggingstrecke begegne ich so immer diversen Affen oder auch mal einem Nasenbär (!). Außerdem kommen uns Delfine in der Bucht besuchen. In den Flüssen gibt es Krokodile zu entdecken. Es fliegen Tukane, Papageien und viele andere tropische Vogelarten über die Baumgipfel des Dschungels. Faultiere hängen verträumt in den Bäumen. Rochen springen aus dem Wasser, als würden sie mit ihren Flügeln zu einem Flugversuch ansetzen (spektakulär!!). Naja, und dann gibt es natürlich noch die dutzenden giftigen und nicht giftigen Spinnen- und Schlangenarten, die jeden Spaziergang durch die dichte Vegetation zu einem gefährlichen Abenteuer machen.

 

Nach drei Monaten in dieser Region Panamas kann ich den Ausspruch "Oh, wie schön ist Panama" nur bestätigen.

 

Nach getaner Arbeit, haben wir uns dann heute erstmal einen Tag an einer der wunderschönen kleinen Strandbuchten bei Portobelo verdient ;).

 

Nächster Bericht: „Auf dem Weg nach Panama – Hochseefischen: eine Kurzgeschichte“ folgt in Kürze

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