Yucatan ohne Schironn - wie ist das eigentlich noch mal an Land zu schlafen?

Ca. sechs Monate haben wir jetzt jede Nacht über dem Wasser auf Schironn verbracht. Wir freuen uns daher, auszukundschaften, wie es sich in fremden Betten quer durch die mexikanischen Bundesstaaten Yucatan und Quinten Roo schläft.

 

Naja, wir haben nur eine 7-tägige Tour geplant, so dass sich unsere Tour auf den nördlichen Teil der genannten Bundesstaaten beschränkt. Ca. 800 Km Autotour und 4 Übernachtungsstopps liegen vor uns. Faktisch sehen wir also in dieser Woche nur einen winzigen Teil Mexikos. Mexiko hat 31 Bundesstaaten!Naja, man kann ja noch ein bisschen was zu gucken für später (für die zweite Weltumsegelung?) aufheben.

 

Sechs Nächte, fünf Betten an 4 Orten und eine Menge Maya Kultur. Schauen wir uns mal die Unterkünfte an, mit denen wir unsere Schironn betrogen haben.

Erste Nacht: Ek Balam im Casa de Unajil  (deutsch: Haus des Jaguars)

 

Mitten im Urwald, im ländlichen Yucatan, schlafen wir heute in einer Rundhütte, die mit Palmenwedeln bedeckt ist. Ein absoluter Kontrast zu der Szenerie, die wir sonst gewohnt sind. Die Augen suchen vergeblich nach dem Horizont und vom Himmel ist nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen. Der Horizont und ein großer Teil des Himmels werden nämlich von Bäumen verdeckt. Beim Lagerfeuer schaue ich nach oben und finde, dass es aussieht, als hätte der Himmel einen Rahmen. Ganz niedlich, aber es ist definitiv komisch von Vegetation eingekesselt zu sein.

 

Die Nacht ist meeeeeega stickig. Kurzzeitig habe ich das Gefühl gar keine Luft mehr zu bekommen. Außerdem ist es wahnsinnig laut. Die Tierwelt draußen hat sich scheinbar allerlei Geschichten zu erzählen.

 

Wir haben Glück und bekommen am Morgen noch ein bisschen kostenloses survival Training.. Unsere Nachbarhütte hier im Eco Resort wird gerade frisch mit Palmenwedeln gedeckt, so dass wir uns ein paar Tricks abgucken. Man weiß ja nie, ob man nicht doch irgendwann mal eine Hütte irgendwo auf irgendeiner einsamen Insel bauen muss ;). Also Palmenwedel trocknen, in zwei Büschel trennen und dann über einen Querbalken schieben. Nächster Palmwedel ebenso über den „Balken“ stülpen und dicht an den vorherigen aufschieben usw. Gar nicht schwer.

 

Zum Frühstück gibt es Banane, Ananas, Tortilla, Bohnen und Eier. Ein reichhaltiger mexikanischer Start in den Tag!

Zweite Nacht: Stardust in Piste

 

Dieses Hotel ist sofort mein absoluter Favorit. Eine billige Absteige, aber ein wunderschönes zweistöckiges, u-förmiges Gebäude, mit einem Pool im Innenhof und Zimmern, die alle Ihren Zugang vom Innenhof aus haben. Was für ein wunderschönes Hostel man aus dieser Anlage zaubern könnte! Ich bin total verliebt!

 

Die aktuellen Besitzer sind scheinbar aber nicht so verliebt. Mürrisch und wortkarg wird uns der Schlüssel überreicht und wir suchen uns selber den Weg zum Zimmer.Die Zimmer sind nicht nett, aber ok und haben sogar eine Klimaanlage!Diese ist allerdings so laut, dass man denkt, ein Flugzeug würde zum Landeanflug ansetzen. Naja, egal, ich bin trotzdem verliebt!

Dritte und Vierte Nacht: Merida

 

In Merida gibt es unzählige Unterkünfte, so dass wir per Zufall zwei ausgewählt haben. Interessant ist unsere erste Unterkunft, da wir quasi in einem Privathaus im Kolonialstil übernachten. Die Familie wohnt selber im Erdgeschoss und hat die erste Etage zu Gästezimmern umgebaut. In einer spanischen Kolonialbaute zu wohnen, passt perfekt zu der Stadt Merida. Merida ist nämlich bekannt für seine historischen Bauten. Auch die älteste Kirche des Kontinents, San Ildefonso aus dem 16. Jahrhundert findet man hier vor.

 

Eine wirklich nette Unterkunft, aber eine Unterkunft in der es ziemlich unangenehm ist, später nach Hause zu kommen, weil man die Frau des Hauses von der Couch aufscheucht, auf der sie natürlich schon lange eingeschlafen ist J. Und wo man außerdem durch Zigarettenqualm und Gitarrensessions das Gefühl hat, ein bisschen negativ aufzufallen ;).

 

Sehr spontan bleiben wir noch eine zweite Nacht im netten Merida und ziehen in eine sehr langweilige Unterkunft, über die man so gar nichts Besonderes sagen kann, um.

Und dann Tulum: fünfte, sechste und siebte Nacht.

 

Wir sind wieder am Ozean! Und uns offenbart sich eine super hippe Stadt, die von veganen Märkten und Restaurants, Yoga, Backpackern, bunten Fahrrädern, endlosen Läden mit Bioprodukten und einem wunderschönen Strand geprägt ist. Quasi, das Aussteigerparadies schlechthin!

 

Unsere Unterkunft: eine Zementröhre im Tubo Tulum Hostel

 

Haha, wie gut ist das denn? Wir fühlen uns hier also nicht nur wegen der frischen Briese gleich wohl, sondern auch weil wir in einer Art Koje schlafen.Auf einem relativ kleinen Grundstück wurden ca. 10 Zementröhren im Halbkreis positioniert und zu Doppelzimmern mit Klimaanlage ausgebaut. Geile Idee! Dieses Hostel macht definitiv Lust auf mehr ungewöhnliche Übernachtungsorte und erinnert mich an den zum Hostel umgebauten Zug, in dem ich vor vielen Jahren in Südafrika übernachtet habe.

Fazit: Die Unterkünfte waren alle durchweg sehr preiswert, guter Standard und eine nette Abwechslung zu unserer kleinen Koje auf Schironn. Aber es ist wie es ist, zu Hause ist es immer am schönsten und wenn man dann noch ein zu Hause hat, dass uns auf dem Wasser trägt und uns sanft in den Schlaf wiegt, kommt einfach keine andere Unterkunft gegen an.J

 

Nächster Bericht: "Yucatan ohne Schironn – und wie ist das so mit dem Auto zu reisen und nicht mit dem Schiff? Oh nein, Polizei!"

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