Isla Mujeres - Fahrtenseglerparadies oder wie Sven sagt "Endlich alles schick!"

Die bezaubernde El Milagro Marina
Die bezaubernde El Milagro Marina

 

Nach Cayman Brac, der wohl ruhigsten bewohnten Insel, die wir bisher gesehen haben machen wir nun mit dem genauen Gegenteil Bekanntschaft: Und zwar mit der sehr lebhaften, extrem geschäftigen, souvenirreichen, geschichtsträchtigen und touristenattraktiven Urlaubs- und Partyinsel Isla Mujeres.

Von Cancun aus erreicht man Isla Mujeres mit der Highspeedfähre in einer halbe Stunde, was zur Folge hat, dass hier täglich ein enormer Besucherflow zu verzeichnen ist. Ich kann mir vorstellen, dass die Insel für den normalen Touristen nicht das Inselidyll darstellt, aber für uns als Segler erweist sich die Insel als echtes Fahrtenseglerparadies.

 

Bei Ankunft schlängeln wir uns, mit staunenden Augen auf die vielen Menschen und den vielen Freizeit- sowie Fährenverkehr gerichtet, am geschäftigen Nordstrand vorbei und ankern Schironn an der Westküste vor der Lagune. Hier kann man von seiner „Terrasse“ die vorbeifahrenden Partykatamarane mitsamt ihren spaßfreudigen Touristen an Bord bestaunen, liegt aber dennoch von Wind, Welle und allzu großem Trubel geschützt.

 

Da wir von anderen Seglern im Internet nur schlechte Erfahrungsberichte hinsichtlich der Einklarierung gelesen haben, wie z.B. dass man mindestens zwei Tage einrechnen muss in denen man von einer Behörde zur nächsten geschoben wird, entscheiden wir uns zum ersten Mal dafür einen Agenten zu beauftragen, der die Formalitäten für uns übernimmt.Der auf der Insel wohl best-vernetzteste Julio von der El Milagro Marina, in die wir kurze Zeit später umparken werden, nimmt die Sache gegen eine Gebühr in die Hand. Anstatt, dass wir von Behörde zu Behörde laufen müssen, kommen die Offiziellen noch am selben Tag zu uns in die Marina. Ich muss quasi nur noch ein paar Unterschriften tätigen. Unser Schiff wird gar nicht inspeziert und am nächsten Morgen, nachdem Julio beim Portcaptain war, sind wir bereits offiziell in Mexiko einklariert. Wir finden, dass sich diese Geldinvestition auf jeden Fall bezahlt gemacht hat!

 

So können wir bereits von Anbeginn an die Annehmlichkeiten unserer neuen Umgebung in vollsten Zügen ausreizen. Die El Milagro Marina erweist sich nämlich als gemütlichste Marina, die man sich überhaupt nur vorstellen kann! Hier steckt in jedem Detail so viel Liebe und die Leute sind so nett, dass es gar nicht anders geht, als sich hier pudelwohl zu fühlen! (An dieser Stelle liebe Grüße an Inga, Felix, Julio und das ganze El Milagro Team!) Free Internet, dutzende Hängematten, eine riesige gut ausgestattete Gemeinschaftsküche, Bibliothek, Kino, Tischtennis, Dart, Kayaks, Stand-up-Paddling, Fahrräder und eigener kleiner Strand sind nur ein paar der Dinge, die hier kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

 

Zudem befindet sich in kurzer Entfernung ein guter Schnorchelbereich mit Korallenformationen auf wenigen Metern Tiefe. Sven sagt schon nach dem ersten Schnorchelgang, dass es besser war als alle Schnorchelgänge, die wir in den kleinen und großen Antillen gemacht haben, zusammen.

 

Die Insel ist so klein, dass man sie innerhalb von nur einer Stunde mit einem Golfcar umrunden kann. Das Golfcar fahren ist dadurch zu einer der Haupttouristenbeschäftigungen geworden. Auf den Straßen sieht man so tatsächlich eigentlich nur die kleinen offenen Flitzer, einige, in Mexiko produzierte, VW Käfer und Taxen. Wir haben uns den Golfcarspaß natürlich auch nicht entgehen lassen. Von einem anderen Segler wurde uns gesagt, dass es angeblich nur eine andere Insel mit noch mehr Golfcars gibt. Und zwar handelt es sich dabei um eine, nach seiner Aussage, von Amerikanern überbevölkerte, Insel vor Belize. Um es mit seinen Worten zu sagen: „Kinder, geht nicht auf diese Insel, da werdet Ihr sofort von einem Golfcar tot gefahren!“Na, da können wir ja von Glück sagen, dass wir hier auf Isla Mujeres schon mal glimpflich davon gekommen sind. J

 

Isla Mujeres wäre aber noch kein Fahrtenseglerparadies, wenn da nicht noch dieses eine weitere Attribut wäre: riesige Wholesale Läden mit einer riesigen Auswahl an günstigen Lebensmitteln, Anti-Insekten Sprays, Putzmitteln, Alkohol, Elektronikartikel oder einem Starwars Seifenspender für Sven. Die Karibik war bisher nicht günstig und auf Cayman Brac hat man für egal welchen Artikel, den man gekauft hat, mindestens 5 Euro gezahlt. So können wir die Vorräte auf Schironn ordentlich aufstocken und zudem in der Gemeinschaftsküche in der El Milagro Marina köstliche, mit Käse überbackene Gerichte zelebrieren!

 

Was wir zudem tatsächlich richtig gut finden, ist dass die Bevölkerung Ihre Kultur augenscheinlich zelebriert. Der typisch mexikanische Flair in den mit bunten Häuschen dicht bebauten Gassen, lädt zum Essen von Tortillas, Quesadillas, Enchiladas, Nachos oder anderen mexikanische Maismehl Spezialitäten ein und die hier verkauften Souvenirs machen den Besucher mit der mexikanischen, bzw. speziell mit der Maya Kultur bekannt.

 

Diese von Touristen verformte light Version Mexikos macht Laune auf eine Erkundungstour durch Yucatan, um sich auf die Spuren der Maya Kultur zu begeben.

 

Schironn steht sicher im Hafen, so dass wir uns nach ein paar Tagen mit der Highspeedfähre nach Cancun übersetzen lassen und uns auf eine einwöchige Autotour durch Yucatan begeben...