British Virgin Islands - Inseln, Strände, Segelschiffe, Segelschiffe, Segelschiffe und Alienmaterie

Den Tipp, die BVI´s zu besuchen, haben wir von einem lustigen amerikanischen Ehepaar erhalten, während wir auf Saint Maarten bei den Behörden saßen. British Virgin Islands, ehrlich gesagt hatte ich persönlich diese Inseln vorher gar nicht auf dem Schirm. An unserem ersten Ankerplatz auf Virgin Gorda kommen wir nachts an.

Wir planen eigentlich immer so, dass wir tagsüber an einem neuen Ankerplatz ankommen. Aber irgendwie ist es trotzdem regelmäßig so, dass wir erst nach Sonnenuntergang ankommen. Der Wind macht die Regeln. Aber das Ankern im Dunkeln ist mittlerweile kaum aufregender als tagsüber, sodass wir uns da wenig stressen lassen.Und das schöne im Dunkeln anzukommen ist, dass man morgens total gespannt aus der Haustür tritt, um zu gucken, wo man sein zu Hause denn eigentlich geparkt hat.

 

Diesmal befinden wir uns in einer riesigen kreisrunden, von drei Inseln und einem Riff eingeschlossenen Bucht. Direkt neben uns ist ein kleiner einsamer Strand und 100 Meter weiter befindet sich ein riesiger Strand, auf dem es geschäftig zu geht. Wow, es ist echt hübsch hier! Unter Wasser offenbart sich uns eine ähnlich schöne Szenerie.

 

Nach dem Einklarieren und einer wilden Dongo Fahrt geht’s auch schon zum nächsten Ziel weiter: The Bath. Hier soll man durch Grotten und riesige Steinformationen spazieren können.

 

Wir müssen nur aus unserer Bucht raus und acht Seemeilen an der Westküste der Insel entlang segeln. Wir kommen aus dem Staunen nicht raus. Es sind soooo viele Segelschiffe unterwegs, wie wir es bisher noch nirgends erlebt haben. Das Chartergeschäft scheint hier definitiv noch größer zu sein, als in der bisherigen Karibik. Es fühlt sich ein bisschen an, wie auf der Alster an einem sonnigen Sonntag, so viel Segelschiffverkehr herrscht zwischen den nah beieinander liegenden kleinen Inseln. Wir müssen glatt die Vorfahrtsregeln wiederholen, denn es kommen Segler von allen Seiten und gleichzeitig J. Aber kein Wunder, man kann sich 360 Grad um sich selbst drehen und sieht am Horizont durchgehend kleine Inseln. Ganz nett!

The Bath = Wow!!

Unser Ankerplatz ist schon so was von wunderschön. Direkt vor uns ist ein Strand, der wirklich aussieht wie aus einem Bilderbuch und dazu noch so gut wie menschenleer ist. Wahnsinn. Dieser Strand bekommt von mir fünf Sterne. Und dann fahren wir mit Dongo ein kleines Stück weiter zu den Steinformationen. Am Strand und aus dem Wasser ragen riesengroße runde Felsbrocken. Einige sind so groß wie Autos andere sogar so groß wie Häuser. Diese Felsbrocken sind so wild aufeinander gestapelt und auf dem gesamten Küstenstreifen verteilt. Es sieht aus, als seien sie von oben herrunter gefallen. Daher bilden die Zwischenräume zwischen den Felsbrocken Wege, kleine Pools und Grotten, durch die man laufen kann. Es ist so was von unglaublich und surreal! Man kann überhaupt nicht glauben, wie diese, für diese kleine Insel überdimensionalen Felsbrocken, hier her gekommen sind.

 

Offiziell handelt es sich um Granitfelsen, vulkanischen Ursprungs. Die geschmolzenen Felsbrocken sind wohl in die Schichten des vorliegenden Vulkangesteins eingesickert und da sie nicht wieder an die Oberfläche konnten, dort abgekühlt und zu einer Granitschicht geworden. Daraus haben sich die Granitfelsen gebildet, die nach Verschwinden des Lavagesteins frei gelegt wurden und durch Witterung ihre runde Form bekommen haben.

 

Ich allerdings bin überzeugt, dass es sich um Teile eines fremden Planeten handelt, der hier aufgeprallt ist. Und Sven ist der Überzeugung, dass die Götter mit Murmeln gespielt haben. Ganz besonders im Gedächtnis bleibt mir ein Stein, der genau in zwei Hälften zerbrochen ist. Seine Schnittkante ist so akkurat und die beiden Hälften liegen dicht beieinander, so als hätte sie einfach jemand mit einem sehr scharfen Messer in der Mitte durchgeschnitten. Eine weitere unglaubliche Formation ist bestimmt 20 Meter hoch. Mehrere von den riesigen Steinen liegen wild übereinander und formen eine Art Dach. Das muss man wirklich gesehen haben. Ich glaube, Fotos sagen in diesem Fall mehr als Worte...

Nach ausgiebiger Erforschung dieser Szenerie, geht es nach Tortola zum Ausklarieren. Nicht, ohne uns vorher per ESTA das Touristenvisum für die USA zu organisieren. Nächstes Ziel sind nämlich die US Virgin Islands und Puerto Rico.

 

Auf dem Weg nach Tortola, fahren wir an der kleinen Insel Falling Jerusalem vorbei. Abgefahrener Name für eine Insel. Warum sie so heißt, wird einem schlagartig klar. Sie sieht aus, als wäre auf ihr eine zerstörte Stadt. Felsbrocken, die wie kaputte Gebäude aussehen, bedecken die gesamte Insel.

 

Nach dem Ausklarieren in Port Purcell auf Tortola fahren wir bis zum Westende der Insel und ankern in der Bucht, namens Belmont B. Eine riesige Bucht und kein einziges Segelschiff da. Wir sind ganz alleine, mit Schildkröten und einem ganz langen Badestrand. Wahnsinn. Es gibt hier einfach so viele Strände, dass jeder Segler auf seine Kosten kommt

 

Morgens geht’s dann in die USA. Kaum haben wir St. Johns erreicht, fühlt es sich sehr amerikanisch an: überall Motorboote, die von allen Richtungen an uns vorbei preschen. Haha, was für ein Klischee.

 

Das Einklarieren wird dann leider ein großer Misserfolg: Einreise verweigert!

 

Scheiße. Wir hatten vorab auf anderen Segelblogs gelesen, dass sie mit der Fähre vorab von den BVI’s rüber zu St. Johns gefahren sind, um das Visum zu bekommen. Da wir ja aber ESTA erfolgreich beantragt haben, war uns nicht klar, warum wir nun mit der Fähre einmal hin und her fahren müssen.

 

Jetzt wissen wir es: es handelt sich um eine Gesetzeslücke, die von Seglern genutzt wird. Man darf nämlich nicht ohne ein spezielleres Visum als das ESTA mit einem Segelschiff einreisen. Wenn man nun vorab mit der Fähre kommt, erhält man den Stempel in seinen Pass. Man ist so mit ESTA als Tourist eingereist. Und scheinbar darf man dann auch mit seinem Segelschiff kommen. Was für ein Scheiß! Das heißt wir müssten jetzt wieder zurück nach Tortola segeln, dort mit der Fähre nach St. Johns und wieder zurück fahren und dann wieder mit Schironn her segeln. Das kostet uns einen Tag und bestimmt einiges an Geld. Kurzer Hand entscheiden wir, dass wir gleich weiter zur Dominikanischen Republik segeln.

 

Gesagt getan, auf geht’s auf lange Fahrt. Schade ist, dass wir so auch Puerto Rico nicht anlaufen dürfen sowie 12 Seemeilen Abstand zum Land halten müssen. Aber egal, auf geht’s: 218 Seemeilen liegen nun vor uns.

 

Das war nun Svens erster und wahrscheinlich auch zukünftig kürzester Aufenthalt in den USA. Und dann noch illegal ;).

 

Nächster Bericht: „Dominikanische Republik – gefangen im Paradies“ folgt in Kürze

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