Spanisches Festland: Capo Tinoso - einmal in einer Kanone rumlaufen

Nach neun Nächten, an denen wir gemütlich im Hafen von Carthagena vertaut waren, beginnen mit dem verlassen des Hafens endlich wieder die Abenteuer- und Entdeckererlebnisse.

 

Wir ankern in der Bucht bei Cabo Tinoso nur 9sm von Carthagena entfernt. Auf dem 300 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Capo Tinoso befinden sich drei alte Geschützbatterien.

Ziemlich cool ist, dass drei kleinere Kanonen und zwei riesen große Kanonen noch auf Ihren Plätzen stehen, das Gelände komplett frei zugänglich ist und abstruserweise alle zur Militärstation zugehörigen Bauwerke im mittelalterlichen Stil gebaut wurden. Kanonen, Hausbauten mit Säulenoptik und typisch mittelalterliche Türmchen und das in einer wahnsinns imposanten bergigen Szenerie auf 300 Höhenmetern. Europas Militärgeschichte lässt grüßen. Wahnsinn! Getoppt wird diese hautnahe Geschichtsstunde noch davon, dass man durch geheime Wege und alte Bunker in den Bergen spazieren kann und durch das Loch in der geschlossenen Tür dann auch tatsächlich unter die großen Geschütze kommt. Also richtig rein. Drei Stockwerke klettert man die Maschine hoch bis zum Geschoss. Es sind zwei Vickers Kanonen aus dem Jahre 1929, dessen Geschosse eine Reichweite von 35km und eine Schlagkraft von einer Tonne haben. Ich bin beeindruckt von dieser Größe und dem Gedanken, dass diese Batterien und die Schwesternbatterien in Portman, wo wir die Nacht vor Carthagena geankert haben, für ein Kreuzfeuer sorgen sollten, wenn sich Feinde nähern. Carthagena ist somit eine der in der Vergangenheit am besten abgesicherten Städte, die ich je gesehen habe. Wie glorreich diese Stadt einmal gewesen sein muss.

 

Heute ist sie ähnlich gesichert, aber das liegt glaube ich einfach nur noch daran, dass die spanische Flotte hier ihren Hauptstützpunkt hat und der Seeraum auf Grund von Drogenschmuggeleien und Flüchtlingen extrem überwacht wird (wir wurden später am Abend gegen 22 Uhr von der Küstenwache auf unserem Boot kontrolliert!).

 

Auf jeden Fall, wird auf der „Was man ruhig mal gemacht haben kann bevor man stirbt Liste“ der Punkt „einmal in einer waschechten Kanone rumzuklettern“ abgehakt.

 

Sveno ist sooo glücklich und verkündet strahlend: „Das ist der schönste Wandertag, den ich je hatte! “ Zum Glück hat er keine Kanonenkugel oder sogar Sprengstoff gefunden ;)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hardenberg (Montag, 21 Dezember 2015 19:57)

    nicht schlecht die Kanone